Diskriminierung von Menschen mit Behinderungen


Diskriminierung beschreibt die unterschiedliche Behandlung von Menschen. Benachteiligung beruht auf verschiedenen Eigenschaften, aber nicht jede Benachteiligung ist Diskrimienierung.

Diskriminieren steht für „trennen", „Unterscheidungen treffen", „aussondern". Diskriminierung beruht meist auf Vorurteilen. Diskriminierung kann sich als Kontaktvermeidung zeigen, als Boykottierung (organisiertes Isolieren einer Person, einer Gruppe, einer Firma oder eines Landes durch Unterlassen von Handel und Kontakt, um Druck auf die Gruppe auszuüben.) oder als persönliche Herabsetzung. Das allgemeine Gleichbehandlungsgesetz spricht nicht von Diskriminierung sondern von Benachteiligung, da nicht jede unterschiedliche Behandlung, die einen Nachteil zur Folge hat, diskriminierend sein muss.

Zur Diskriminierung von Menschen kommt es aufgrund gruppenspezifischer Merkmale wie ethnische oder nationale Herkunft, Hautfarbe, Sprache, politische oder religiöse Überzeugungen, sexuelle Orientierung, Geschlecht, Alter oder Behinderung. www.menschenrechte.jugendnetz.de


“Auch Menschen mit Behinderungen werden diskriminiert. Sie stoßen in ihrem alltäglichen Leben häufig auf soziale, gesetzliche und praktische Hindernisse. So haben Rollstuhlfahrer zum Beispiel zu vielen öffentlichen Plätzen und Gebäuden keinen Zugang und viele Menschen mit Behinderung haben es schwer, eine gute schulische Bildung zu erhalten. Dies liegt unter anderem daran, dass viele Menschen denken, dass Menschen mit Behinderung keine produktiven Mitglieder der Gesellschaft sein können. Das ist natürlich auch Unsinn! Um die Rechte von Menschen mit Behinderung zu schützen und ihnen eine aktive Teilnahme in der Gesellschaft zu sichern, wurde 2006 von der Generalversammlung der Vereinten Nationen die internationale Konvention „Übereinkommen über die Rechte von Menschen mit Behinderung“ verabschiedet.”


Häufig werden Menschen auch nicht nur aus einem Grund (z.B. aufgrund des Geschlechts), sondern aus mehreren Gründen (z.B aufgrund des Geschlechts und der ethnische Herkunft) diskriminiert. Dann spricht man von Mehrfachdiskriminierung.

www.kindersache.de


Wir haben vier Lehrer:innen interviewt, und nach Ihren Meinungen gefragt. Es hat sich herausgestellt, dass alle der Befragten Diskriminierung als ein absolutes no go sehen!


Herr Gäbler äußerte sich, dass Diskriminierung für ihn ein herabwürdigendes Verhalten gegenüber anderen Menschen ist. “Die Herabwürdigung kann hierbei auf verbalem, körperlichem und - in Zeiten von sozialen Medien - digitalem Weg erfolgen.”


Frau Spreemans Meinung dazu sieht folgendermaßen aus: “Ich finde es sehr schwer den Begriff zu definieren. Ein Oberbegriff für Rassismus,Sexsismus und soziale Ungerechtigkteit usw. aber auch kleinere Dinge wie ein winziger Siebtklässler der auf demselben Stuhl sitzt wie ein 2m großer Zwölftklässler. Ich selber bin Linkshänder. Für mich sind die Knöpfe am Ipad an der falschen Seite. Jeder meiner Schüler kann wahrscheinlich ein Lied davon singen, wie unbeholfen ich mich damit anstelle. Sobald jemand benachteiligt gegenüber einer Durchschnittsperson ist, kann es eine Form von Diskriminierung sein."

Zwei weitere Meinungen sind, eine dauerhafte Ausgrenzung, Beleidigung und Form der Abwertung auf Grund von körperlichen oder charakterlichen Eigenschaften, die von der Norm abweichen und als “nicht normal” gelten. “Das kann dann zu sehr schmerzhaften Erfahrungen führen, die den Alltag und das Vorankommen im Leben beeinträchtigen können. Beschimpfungen, Erniedrigungen und unfaire Behandlung zählen für mich genauso dazu wie gut gemeinte Bemerkungen in Bezug zb auf Herkunft, Körper oder sexuelle Orientierung.”


"Wenn jemand vor Ihnen diskriminiert wird, was würden sie tun?"

Unsere vier Befragten würden sie definitiv verteidigen, unterstützend zur Seite stehen und ein Gespräch mit der anderen Person suchen, die das herabwürdigende Verhalten gezeigt hat. Einer der Befragten würde nicht davor zurückschrecken eine Anzeige zu erstatten. Das Thema Mobbing, Gewalt und Diskriminierung wird auch im Ethikunterricht behandelt, damit so etwas gar nicht erst (oder zumindest weniger) zustande kommt. Das ist Frau Mayani schon häufiger passiert und Sie hat meist ganz unterschiedlich reagiert. “Ich versuche eigentlich immer mich einzumischen und die Person die diskriminiert wird zu unterstützen. Vor allem, wenn es eine Situation in der Öffentlichkeit ist und es mir nicht zu gefährlich erscheint einzuschreiten. Ich versuche auch im Unterricht das Thema zu besprechen und mit den Schüler:innen über Unterstützungsmöglichkeiten zu sprechen.


Drei der Interviewpartner hatten schon mal Kontakt mit beeinträchtigten Personen, und haben uns Ihre Erfahrungen mitgeteilt. Herr Willenbrink hat seine Erfahrungen in seiner Zivildienstzeit gesammelt. Teilweise hatte er mit sehr schwer beeinträchtigten Personen zu tun.

Seine Erfahrungen gehen in die Richtung, dass Menschen häufiger dazu neigen beeinträchtigten Personen aus dem weg zu gehen. “Das geschieht manchmal aus Abscheu oder Ekel, aber meistens eher aus der Hilflosigkeit, dass sie nicht wissen, wie sie mit der Situation und den Betroffenen umgehen sollen”.

Bei einigen fällt die Behinderung erst gar nicht auf. “Diese Menschen müssen viel erfinderischer sein, um Ihren Alltag zu meistern. Wenn ich merke, dass jemand herablassend behandelt wird, werde ich innerlich richtig wütend und mische mich ein.”, so Herr Willenbrink.

Und weiter: “Ich habe im Rettungsdienst gearbeitet und gesehen, wie sich in Sekunden ein normales Leben in ein schwer beeinträchtigtes verwandeln kann oder man ist einfach zur falschen Zeit am falschen Ort, und im nächsten Moment ist nichts mehr so, wie es vorher war, für den Rest deines Lebens.” Das ist nicht nur die Meinung von Herr Willenbrink, sondern auch der Meinung der weiteren Befragten.

“Ich kenne einige Erwachsene und Kinder, die mit einer adhs oder anderen nicht sichtbaren Einschränkungen zu tun haben und teilweise auch in der Schule oder bei der Arbeit behindert werden teilzuhaben. Uns muss bewusst sein, dass es jeden von uns jeden Tag treffen kann."Personen die beeinträchtigt sind, möchten meistens kein Mitleid, sondern sie möchten auch nur ein normales Leben führen."


Herr Willenbrink hat in der damaligen Zeit Diskriminierungen miterlebt: “Während des Zivildienstes habe ich zusammen mit einem Freund meine Freizeit öfter mit einem Geschwisterpaar (18 und 16) verbracht. Die beiden hatten eine schwere Nervenkrankheit und saßen im Rollstuhl. Weil man aber mit einem Rollstuhl (vor allem zur damaligen Zeit) nicht ins Kino oder in die Disco fahren konnte, habe ich den Jungen oft getragen. Wenn ein 21 jähriger einen 18 jährigen auf dem Arm hat, ohne dass die anderen den Hintergrund kennen, kann es schon mal zu Lästereien kommen. Man hat uns dann wohl für schwul gehalten. Wir haben es mit Humor genommen, aber sonst habe ich eigentlich keine Diskriminierungen wahrgenommen.”


Man sollte jeden akzeptieren, egal in welcher Form er*/sie* beeinträchtig ist. Wenn man mitbekommt wie jemand von einer Person diskriminiert wird, müsste man versuchen einzugreifen. Dem Umständen entsprechend kann es zu einer Eskalation kommen, also ist es wichtig, dass man auf sich aufpasst.

Dies waren die Fragen des Interviews an denen wir uns orientiert haben:


Was ist Diskriminierung für Sie?


Was würden sie tun wenn Jemand vor ihnen diskriminiert wird?


Haben Sie Kontakt mit beeinträchtigten Personen und wie war Ihre Erfahrung?


Wurde die Person schon Mal in Ihrer Anwesenheit diskriminiert und wie war Ihre Reaktion?


Haben Sie Verwandte mit einer Behinderung und wie gehen Sie damit um?


Wären Sie offen gegenüber Personen mit Behinderungen und würden Sie mit ihnen Zeit verbringen?


Wir bedanken uns bei unseren Interviewpartner:innen.


Quellen:

www.kindersache.de

www.Antidiskriminierungsstelle.d

www.menschenrechte.jugendnetz.de




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