Queer, Bisexuell, Transgender…

und noch viele Begriffe mehr. Wer behält denn da bitte den Überblick?! Genau das haben wir uns auch gefragt und erklären hier die Begriffe die einem am häufigsten begegnen.

Viele Dinge zum Thema Coming Out, darunter auch, wie ihr am besten euer Coming Out gestalten könnt oder auch wie man auf ein Coming Out am besten reagiert. Es werden aber auch die Meinungen und Positionen gegenüber Homosexualität in den einzelnen 5 großen Weltreligionen Christentum, Judentum, dem Islam, Hinduismus und im Buddhismus zusammengefasst. Am Ende sind noch ein paar Social-Media Plattformen auf denen es mehr zu dem ganzen Thema gibt.


Begriffe


LGBTQ+:

Die meisten haben den Begriff LGBTQ+ schon einmal gehört, doch ist es eine Abkürzung. Diese Abkürzung steht eigentlich für Lesbian, Gay, Bisexuell, Transgender, Queer und weitere. Wobei unter weitere für uns heute Intersexuell, Pansexuell/Omnisexuell, Asexuell, Cisgeschlechtigkeit, Heterosexuell, Homosexuell, Transvestitismus und Monosexualität gehören. Also wäre die Abkürzung eher sowas wie LGBTQIPACHHTM.


Lesbian:

Das deutsche Nomen dazu ist Lesbe und das deutsche Adjektiv, eher bekannt, ist lesbisch. Lesbian, ist einfach nur das englische Wort dafür. Jemand ist lesbisch, wenn die Person weiblich ist und sich sexuell und romantisch gesehen auch zu weiblichen Personen hingezogen fühlt.


Gay:

Gay ist das englische Wort für Homosexuell. Es wird bei uns im Deutschen allerdings auch oft als Synonym für schwul sein benutzt. Schwul sein ist, wenn man männlich ist und romantische und sexuelle Gefühle für sein eigenes Geschlecht, also andere männliche Menschen, hat. Was genau jetzt Gay bzw. Homosexuell ist, siehe unter Homosexuell.


Bisexuell:

Das eigentliche Wort dafür ist Ambisexuell. Die lateinische Vorsilbe bi bedeutet zwei. Wie man sich jetzt vielleicht ableiten kann, ist Bisexuell nichts anderes, als sich zu mehr als einem Geschlecht sexuell oder romantisch hingezogen zu fühlen. Die Kurzform, das Adjektiv, bi ist gebräuchlicher und wird öfters benutzt. Bisexualität gehört genauso wie Pansexualität zur nicht-monosexuellen Orientierung. Was Monosexuell ist, findet ihr unter Monosexualität.


Transgender:

Trans ist das lateinische Wort für jenseits oder auch darüber hinaus, gender dagegen ist englisch und ist der Begriff für das soziale Geschlecht. Andere Begriffe sind Transsexualität, Transidentität und Transgeschlechtlichkeit, da es aber nichts mit der sexuellen Orientierung zu tun hat, wird der Begriff Transsexualität nicht so gerne gesehen. Menschen die eine Transidentität haben, identifizieren sich nicht mit ihrem bisherigen Geschlecht, sie möchten körperlich und sozial im anderen Geschlecht leben, zu welchem sie sich zugehörig fühlen. Deswegen ist der medizinische Eingriff eigentlich auch keine Geschlechtsumwandlung, sondern eine Geschlechtsanpassung, da die Menschen schon vorher wussten welches Geschlecht sie haben, nur ihr Körper noch nicht dazu passte. Eine Transidentität wird allen zugeschrieben, die von der heterosexuellen Norm abweichen. Die heterosexuelle Norm verlangt, dass das Auftreten von einer Person mit bestimmten Körpermerkmalen übereinstimmt, z.B. gehört laut dieser Norm ein Bart zum männlichen Geschlecht.


Intersexuell:

Andere Begriffe sind Intersexualität und auch Intergeschlechtlichkeit, denn wie auch bei der Transgeschlechtlichkeit gehört die Intergeschlechtlichkeit eigentlich nicht zur sexuellen Orientierung eines Menschen. Für die Intergeschlechtlichkeit gibt es viele Gründe, sowohl klinische als auch biologische. Wenn jemand zur Intergeschlechtlichkeit gehört, dann lässt sich diese Person nicht eindeutig zu männlich oder weiblich zu ordnen, sondern zu divers. Das Geschlecht eines Menschen wird durch Geschlechtschromosomen, Geschlechtsorgane und Geschlechtshormone bestimmt. Hier kann es manchmal zu Abwandlungen kommen, was dazu führt, dass ein Mensch intersexuell ist. Ein intersexueller Mensch kann das äußere Erscheinungsbild einer Frau haben, aber nicht die nötigen Organe wie zum Beispiel eine Gebärmutter. Am klassischsten, aber trotzdem am seltensten, ist Hermaphroditismus verus, bekannter als Zwitter. Auch wird die Intergeschlechtlichkeit häufig als eine Form der Transidentität angesehen, obwohl das eigentlich nicht stimmt.


Queer:

Queer ist englisch und bedeutet übersetzt seltsam oder auch komisch. Früher war es ein Schimpfwort, mittlerweile wird es als Sammelbegriff für alle Menschen genutzt, die nicht der heterosexuellen Geschlechternorm angehören.


Pansexuell/Omnisexuell:

Es sind zwar 2 unterschiedliche Wörter, doch sie bedeuten das Gleiche. Es ist eine sexuelle Orientierung bei der Personen keinen Unterschied in Geschlecht bzw. Geschlechtsidentität bei ihrem Begehren machen. Pan ist eine griechische Vorsilbe und bedeutet gesamt, alles, umfassend. Omni ist ein lateinisches Adjektiv und bedeutet ganz, jeder und alles.


Asexuell:

Es ist die Abwesenheit sexueller Anziehung gegenüber anderen. Es ist also ein fehlendes Interesse bzw. ein nicht vorhandenes Verlangen nach Sex. Es ist nicht gleichbedeutend mit sexueller Abstinenz und es besteht auch kein Zusammenhang zur Trieblosigkeit.

Cisgeschlechtigkeit:


Es ist das Gegenteil zur Transgeschlechtlichkeit, denn Cisgeschlechtigkeit ist, wenn die Geschlechtsidentität mit dem Geschlecht bei der Geburt übereinstimmt. Das trifft auf die große Mehrheit der Menschen zu. Die Vorsilbe cis bedeutet dieselbe.


Heterosexuell:

Es ist die sexuelle und romantische Orientierung bzw. Begehren ausschließlich oder überwiegend für Personen des anderen Geschlechts.

Homosexuell:

Ist das Gegenteil zur Heterosexualität. Homosexuell ist die sexuelle und romantische Orientierung bzw. das Begehren ausschließlich oder überwiegend für Personen des gleichen Geschlechts.


Transvestitismus:

Der Transvestitismus kann von jedem, egal welchen Geschlechtes, welcher sexuellen Orientierung, Menschen ausgeübt werden. Menschen ziehen freiwillig in einem begrenzten Zeitraum Kleidung an, welche nach der heterosexuellen Norm für das andere Geschlecht bestimmt ist. Dadurch stellen sie spielerisch die stereotypischen Geschlechternormen in Frage und übertreiben dabei gerne. Der Transvestitismus taucht in unterschiedlichen Kontexten auf. Z.B. in speziellen Shows, am Christopher Street Day, als Dragqueens und auch als Dragkings.


Monosexualität:

Es ist die sexuelle Orientierung/Neigung sich zu Menschen eines Geschlechtes hingezogen zu fühlen. Dazu gehören also nicht Pan- oder Bisexualität, auch die Asexualität wird nicht zur Monosexualität hinzugezählt.


Das nun im Folgenden angehängte Wort Phobie, zu deutsch Angst, ist in diesem Kontext eigentlich falsch und nur selten wortwörtlich zu verstehen. In den allermeisten Fällen handelt es ist hierbei um eine Ablehnung und nicht um eine reelle Angst. [Anmerkung der Redaktion]


Homophobie:

Homós ist altgriechisch für gleich und phóbos für Furcht, Schrecken oder auch Flucht. Die Homophobie ist eine gegen lesbische und schwule Personen gerichtete soziale Abneigung oder Aggressivität.


Transphobie:

Ein anderes Wort ist Transfeindlichkeit. Es ist eine soziale Abneigung oder Aggression gegen transsexuelle oder Transgender-Geschlechtsidentität zum Ausdruck bringende Personen.


Biphobie:

Es ist eine Abneigung gegenüber Bisexualität und bisexuellen Menschen, als soziale Gruppe.


Interphobie:

Es ist eine Abneigung gegenüber der Intersexualität und intersexuellen Menschen als soziale Gruppe.


Phobien:

Phobien treten in vielerlei Formen auf, z.B. durch Vorurteile den Personen gegenüber oder leugnend was die Personen für eine Geschlechtsidentität oder sexuelle Orientierung haben.


Pronomen:

Im englischen: he, she, they, Vorname/Name

Im deutschen: er sie, wir, ihr, Vorname/Name


Coming Out


Coming-out ist nicht leicht, durch die ständig bestehende Angst nicht akzeptiert zu werden. Das wichtigste ist jedoch immer an sich selbst du glauben. Man sollte sich nie verbiegen lassen von Leuten, die nicht verstehen, wie man sich fühlt. Am besten sucht man sich Menschen, die das gleiche fühlen oder Menschen, die einem einfach nur zuhören und verstehen. Im Internet kann man nach so etwas wie einem Kummerkasten suchen, der hilft, um Zuversicht zu sammeln. Erfahrungen zu berichten und zu erhalten. Dort kann man Probleme schildern oder lösen.


Jetzt kommt man zur Frage: Wie reagiere ich auf ein Coming-out?

Wenn jemand dir von seiner Sexualität oder Geschlechtsidentität erzählt, ist das ein großer Schritt für diese Person. Sie hat sich wahrscheinlich lange und ausführlich überlegt es ist nicht nur ein Coming-out, es ist ein Vertrauensbeweis an dich und man sollte nicht mit diesem spielen. Es ist vollkommen okay überrascht zu sein. Man kann die Person fragen, ob man Fragen stellen darf. Wenn man die Sexualität dieser Person nicht akzeptiert, sollte man sie nicht beleidigen, sondern einfach ehrlich sein, wenn man die Person beleidigt könnte sie sich verunsichert fühlen und könnte sich in Zukunft nicht mehr trauen sich zu outen oder dir Sachen anzuvertrauen.


Die 5 Weltreligionen und ihre Meinungen/Positionen


CHRISTENTUM

Die römisch-katholische Kirche, orthodoxen Kirchen, einige konservative Kirchen der anglikanischen Gemeinschaft, die meisten evangelischen Kirchen, meisten Pfingstkirchen und Gemeinschaften sind der Meinung, gleichgeschlechtliche Sexualbeziehungen widersprächen Gottes Wille, auch wenn sich dies mit der Ansicht der Mitglieder unterscheidet. Viele Christen argumentieren, dass Nächstenliebe über der Homosexualität in der Bibel stehe. Eine Reihe protestantischer Kirchen, vorwiegend in westlichen Ländern, akzeptieren Homosexualität. Neuapostolische Kirchen, handeln es so ähnlich wie die Reihe protestantischer Kirchen. Fazit: Die meisten Kirchen stellen sich gegen die Homosexualität, auch wenn die Mitglieder oft eine andere Ansicht haben. 2 Kirchen akzeptieren die Homosexualität und haben mind. existierende Segensgebete.


JUDENTUM

Es wird in Orthodoxes Judentum und nicht Orthodoxes Judentum unterteilt. Das Orthodoxe Judentum lehnt die Homosexualität grundsätzlich ab und sieht die Homosexualität als Sünde. Von homosexuellen werden Heterosexuelle Ehen verlangt auf Grund einer strenger Heiratspflicht. Das nicht Orthodoxe Judentum hat ein anderes Verständnis von religiösen Pflichten, deswegen wird die Homosexualität hier akzeptiert oder aktiv Willkommen geheißen. Fazit: Das Judentum ist in zwei geteilt, die einen sehen Homosexualität als Sünde an, die anderen akzeptieren es oder heißen die Homosexualität aktiv willkommen.


ISLAM

Laut dem Koran ist die Homosexualität eine Straftat. Trotzdem gibt es seit der 2. Hälfte des 20. Jahrhunderts Organisationen und einzelne Personen die gegenüber der Homosexualität eine positive Haltung haben. Fazit: Ähnlich wie im Judentum, ist es auch hier verboten homosexuell zu sein, trotzdem gibt es islamistische Organisationen und Einzel Personen, die eine positive Haltung haben.


HINDUISMUS

Hier ist die Homosexualität eine Art Tabu-Thema, denn es wird nicht wirklich darüber gesprochen. Fazit: Die Hindus sind eher neutral gegenüber der Homosexualität. Sie beziehen keine feste Position.


BUDDHISMUS

Hier ist die Homosexualität ein noch heikleres Thema als in den anderen Religionen. Es gibt viele Richtungen und Sichtweisen, dadurch ist es nicht ganz eindeutig. In den meisten Klöstern gibt es verbindliche Vorschriften bezüglich des sexuellen Verhaltens. Nach buddhistischer Vorstellung führt Begehrlichkeit nur zu Leid und soll deswegen komplett überwunden werden. Fazit: Zur Homosexualität allein kann man keine Meinung oder Position feststellen. Allerdings führt laut dem Glauben allein Begehrlichkeit schon zum Leid, weswegen es in den meisten Klöstern strenge Vorschriften zum sexualen Verhalten gibt.


Social-Media

Kummerkasten:

  • queer-lexikon.net

  • die Schulsozialarbeit an unserer Schule hat immer ein offenes Ohr für dich

Tiktok Account:

  • mitreden

Zeitung:

  • Tagesspiegel Website unter Gesellschaft gibt es einen Queer Teil mit Lexikon

YouTube Channel:

  • Channel vom Kummerkasten/Lexikon heißt: Queer Lexikon

  • Tommy Toalingling




Von: Pia und Benita (Jahrgang 9)